Sabine Kistner und Robert Franke

Rechtsreferendare

Ihr absolviert gerade Eure Wahlstation bei ProSiebenSat.1. Woran arbeitet Ihr momentan?

Robert: Auf dem Videoportal bullybase.de sind exklusive Sketche, Outtakes und Filmausschnitte von Michael Bully Herbig zu sehen. Da es von ProSiebenSat.1 betrieben wird, liegt hier auch die rechtliche Verantwortung. Wir passen gerade die Standard-AGB und Datenschutzbestimmungen für eine neue App von bullybase auf Facebook an. Eine ganz neue und sehr praxisorientierte Erfahrung.

Arbeitet Ihr immer gemeinsam an den Aufgaben?

Sabine: Das ist unterschiedlich, je nachdem, wie die rechtliche Komplexität der Aufgabe ist. In den meisten Fällen ist es aber eine echte Bereicherung, die Meinung eines der Juristen von ProSiebenSat.1 zu hören. Es gibt für jeden Bereich Spezialisten mit entsprechenden Schwerpunktthemen, insgesamt sind 27 Rechtsanwälte in der Gruppe tätig, da sind alle Fachbereiche abgedeckt.

Robert: Grundsätzlich holen wir uns schon gerne die Meinung des anderen oder eines festangestellten Rechtsanwalts ein, aber die eigentliche Arbeit machen wir dann natürlich alleine.

Was war bisher Euer spannendstes Thema?

Sabine: Die neue Regelung des Bestsellerparagraf 32a wirft viele Fragen auf. Das ist mir erst hier in der praktischen Arbeit klar geworden. Vor allem gilt das für die Sendeunternehmen.
Robert: Einmal konnten wir in einer solchen Sache sogar mit zu einer Gerichtsverhandlung gehen, was sehr spannend war.
Sabine: Weder die Richter, noch die Urheber, noch die Verwerter wissen derzeit, wie die unbestimmten Rechtsbegriffe auszulegen sind. Das birgt viele Risiken und Konfliktpotential.

Das Thema hört sich ja schon ziemlich speziell an. Wie sehen die Arbeitsaufträge sonst aus?

Robert: Wir bearbeiten recht spezielle, einzelne Rechtsfragen aus einem größeren Komplex verschiedener Rechtsbereiche, wie z.B. Medienrecht, Urheberrecht, Lizenzrecht und Onlinerecht. Dazu recherchieren wir und erarbeiten rechtliche Empfehlungen für die Fachbereiche. Gerade im Bereich der neuen Mediennutzung ist vieles rechtlich noch nicht eindeutig geregelt. Das ist für ein digitales Entertainment-Powerhouse wie die ProSiebenSat.1-Gruppe eine große Herausforderung.

Geht es eher um Gutachten oder um praktische Fälle?

Sabine: Praktisch verwertet wird eigentlich alles. Kürzlich haben wir konkret die Redaktion der SAT.1-Webseite wegen der Zulässigkeit eines Features für „Der Minister“ beraten. Es war schön zu sehen, dass unsere Vorschläge dann auch praktisch umgesetzt wurden.

Robert: Sehr interessant ist die Abnahme von redaktionellen Beiträgen, an denen wir teilgenommen haben. Erst wenn rechtlich alles o.k. ist, kann der Beitrag ausgestrahlt werden. Es macht einen schon stolz, die Sendung dann am Abend vom Sofa aus anzusehen.

Abnahme? Gibt es bei ProSiebenSat.1 etwa Zensur durch die Rechtsabteilung?

Robert: Nein, so ist das natürlich nicht zu verstehen. Die Redakteure rufen die „Legals“ meistens selbst, wenn sie sich rechtlich unsicher sind und werden dann von den Rechtsanwälten beraten. Häufig geht es dabei z.B. um das Drehen mit versteckter Kamera und darum, welche Anonymisierung rechtlich notwendig ist.

Wie läuft denn die Zusammenarbeit mit der Rechtsabteilung?

Sabine: Total anonym… Wir kriegen nur E-Mails… Nein, natürlich bekommen wir auch mal E-Mails von Leuten, die wir nicht kennen bzw. noch nicht kennen, das ist normal in einem großen Unternehmen. Viele rufen aber an oder kommen persönlich bei uns vorbei.

Robert: Es kommt darauf an, ob die Frage neu oder schon einmal besprochen worden ist. Bei neuen Fragen ist der persönliche Kontakt sehr wichtig.

Sabine: Bis vor kurzem saßen wir nicht direkt bei Legal Affairs, da waren wir etwas abgeschnitten. Inzwischen sind wir in ein neues Büro umgezogen und sind nun mittendrin. Vorher war der Kontakt aber auch schon sehr gut durch gemeinsame Mittagessen und Besprechungen.

Robert: Durch die große Anzahl an Rechtsanwälten lernt man schnell die verschiedenen Abteilungen kennen.

War das Fernsehgeschäft für Euch der Grund, weshalb Ihr Euch bei ProSiebenSat.1 beworben habt?

Robert: Das Fernsehgeschäft ist natürlich nach wie vor das große Aushängeschild von ProSiebenSat.1. Mir war zunächst nicht klar, wie viele innovative digitale Aktivitäten es in der Gruppe gibt. Da ist z.B. das Video on demand-Portal maxdome, die Reiseplattform Tropo und mit MyVideo TV ein reiner Online-Sender.
Sabine: Für mich ist ProSieben der Privatsender, der mich am meisten anspricht. Zumindest läuft der viel bei mir. Es hat mich sehr gereizt mehr über meinen Lieblingssender zu erfahren und jetzt habe ich z.B. auch viel über den stark wachsenden Gamesbereich gelernt.

Wie sah denn das Bewerbungsverfahren aus?

Sabine: Ich habe auf dem Online-Portal gesehen, dass Rechtsreferendare für die Wahlstation gesucht wurden und mich direkt beworben. Ich wurde dann zu einem Gespräch mit einem Abteilungsleiter aus der Rechtsabteilung eingeladen.
Robert: Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass am Tag vor meinem Gespräch das Sommerfest stattgefunden hatte und deshalb an diesem Vormittag kaum jemand im Büro war…
Sabine: Wir haben uns eine gute halbe Stunde über meine Motivation unterhalten und darüber, was bisher meine rechtlichen Schwerpunkte waren. Eine gewisse Vorliebe für die Medienbranche wird sicherlich gerne gesehen und ist auch sinnvoll.
Robert: Das Gespräch fand in sehr lockerer, freundlicher Atmosphäre statt. Bei mir waren z.B. auch meine fußballerischen Fähigkeiten bzw. meine Schiedsrichtertätigkeit ein Gesprächsthema. Aber das mag vielleicht auch mit dem Abschneiden der Legal-Fußballmannschaft am Tag zuvor zusammengehangen haben.

Würdet Ihr eine Wahlstation bei ProSiebenSat.1 empfehlen?

Sabine: Auf jeden Fall. Es ist schon schade, dass es bald vorbei ist. Ich habe mich hier richtig wohl gefühlt. Und gegen Ende konnte ich Projekte auch länger betreuen. Täglich kamen neue Aufgaben von Gesellschaftsrecht bis Strafrecht rein und langweilig wurde es nie.
Robert: Geht mir genauso. Bei einem so großen Unternehmen wie ProSiebenSat.1 bekommt man einen sehr guten Einblick in die Arbeitswelt eines Unternehmensjuristen - einem Berufsfeld, dem man im Referendariat ansonsten leider kaum begegnet. Die Arbeit hier ist abwechslungsreich und macht sehr viel Spaß. Ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen.
Sabine: Sehr angenehm war, dass die Kollegen sehr nett und offen waren und es sich um ein recht junges Team handelt. Da gibt es auch mal persönliche Gespräche.

Danke Euch! Irgendwelche letzten Worte?

Sabine: Bewerbt Euch, es lohnt sich!

Teile die Seite mit einem Freund

Bitte fülle mindestens alle mit einem * markierten Felder aus um diese Seite mit einem Freund zu teilen