Isabell Bachor

Isabell, wie sieht denn so eine ganz normale Woche im Leben einer Profifußballerin aus?

Gar nicht so spektakulär: Ich habe jeden Tag mindestens einmal Training und stehe dazu entweder auf dem Platz oder im Kraftraum. Wir spielen mit den Frauen des FC Bayern München in der ersten Bundesliga – das bedeutet: Nahezu jedes Wochenende und zum Teil auch unter der Woche stehen Punktspiele sowie auch Pokalspiele im nationalen oder internationalen Vergleich auf dem Programm. Darüber hinaus steht individuell bei jeder Spielerin regelmäßig Reha oder Physiotherapie an.

Wie bist Du eigentlich Fußballerin geworden?

Schon im Kindergarten habe ich mit den Jungs gekickt. Außerdem hatte ich einen älteren Bruder, der mein Vorbild war und den ich immer nachgeahmt habe. Irgendwann hatte ich meine Eltern überzeugt, auch mir zu Weihnachten Fußballschuhe zu schenken

Und seither bist Du am Ball geblieben?

Ja, nach meinen Bundesliga-Stationen beim FSV Frankfurt und dem SC 07 Bad Neuenahr, spiele ich jetzt bereits meine vierte Saison beim FC Bayern München.

Stellt sich auch bei einer vielreisenden Sportlerin berufliche Alltagsroutine ein?

Natürlich gibt es auch in meinem Leben einen gewissen Rhythmus. Und ohne gezielte Planung geht es bei mir nicht: Wann nehme ich wohin welche Sportsachen mit, wann ist Abfahrt zum Training oder zum Spiel. Wenn wir beispielsweise zu spät zum Training erscheinen, bekommen wir gleich eine Geldstrafe aufgebrummt.

Deine Woche ist mit Sport nahezu komplett ausgefüllt, wird es Dir nicht manchmal zu viel?

Nein. Eigentlich bin ich froh, dass ich neben dem Spiel- und Trainingsbetrieb seit Februar auch ein wenig Abwechslung im Berufsleben genieße. Denn mittwochs und donnerstags arbeite ich zwischen zwei Trainingseinheiten immer für ein paar Stunden hier bei der PSP. Es ist schön, auch mal andere Gesichter als die der Mannschaftskameradinnen zu sehen. Und wenn es sportlich mal nicht so läuft, finde ich hier Spaß und Ausgleich.

Dann gefällt es Dir bei der ProSiebenSat.1 Produktion?

Ich fühle mich hier sehr aufgehoben, die Arbeitsatmosphäre ist locker – auch hier habe ich das Gefühl, in einem Erfolgsteam mitzuspielen!

Und wie bist Du denn – als gelernte Bankkauffrau – zu uns zum Fernsehen gekommen?

Der Quereinstieg war ein glücklicher Zufall: Wir haben im letzten Jahr ein Trainingsspiel gegen die Jungs der PSP gemacht, die sich damit auf den P7S1 Europe Cup vorbereitet haben. Dabei lernte ich Martin Emele kennen. Da ich damals auch gerade nach einer Nebentätigkeit gesucht habe, bekam ich von ihm das Angebot, ein Praktikum bei der PSP zu machen. Daran schloss sich der Teilzeitjob an. An zwei Tagen bin ich nun immer für ein paar Stunden im Haus. Ich unterstütze die Kollegen in der Abteilung Resource Planning & Administration bei verschiedenartigen Aufträgen, darunter die Archivierung von Sendematerial, Materialrecherche für externe Dienstleister oder Kollegen im Haus sowie Zusammenstellung von Footagematerial. In diesem Jahr hatte ich darüber hinaus die Ehre, beim Europe Cup mit den „PSP-Old Boys“ zu spielen.

Machen es Deine Mannschaftskameradinnen ähnlich?

Ja. Dass man im Frauenfußball zumindest eine Nebentätigkeit ausübt, ist eigentlich Gang und Gebe. Einige unserer Spielerinnen studieren, andere arbeiten beispielweise im Autohaus oder wie ich eben beim Fernsehen. Es gibt sogar Mitspielerinnen, die neben dem Sport einen weiteren Vollzeitjob ausüben.

Ärgert es Dich, dass den FCB-Herren so viel mehr Aufmerksamkeit zu Teil wird?

Nein. Der Frauenfußball hat sich eben erst später entwickelt, ist aber mehr und mehr auf dem aufsteigenden Ast. Die FCB-Männer stehen auf Grund ihrer fortlaufenden Erfolgsserie zu Recht ganz oben in der Gunst der Fans und Medien. Aber wir haben auch schon viele Sympathien hinzugewonnen, insbesondere seit unserem DFB-Pokalsieg in diesem Jahr. Die Vorstandsriege des FC Bayern schenkt uns zunehmend mehr Vertrauen und hält vermehrt intensiven Kontakt zur Frauenabteilung!

Vielleicht gelingt es uns, die P7S1'ler zunehmend zu motivieren, sich Eure Spiele gleich nebenan im Sportpark Aschheim/Ismaning anzusehen. Immerhin spielt ja eine Kollegin erfolgreich mit…

Das wäre natürlich toll, wenn die wir auch viele Fans aus den P7S1-Reihen am Spielfeldrand sehen können. Ihr seid herzlich eingeladen!

Teile die Seite mit einem Freund

Bitte fülle mindestens alle mit einem * markierten Felder aus um diese Seite mit einem Freund zu teilen